KAFFEANBAU

Kaffee ist eine wichtiges Handelsgut. Auf einer Gesamtfläche von circa 10 Millionen Hektar werden heute jährlich rund 140 Millionen Säcke á 60 kg Rohkaffee produziert. Fast 99% der Gesamtproduktion entfallen dabei auf die beiden Hauptarten Arabica und Canephora (Robusta). Brasilien ist seit Jahren vor Vietnam und Kolumbien größter und wichtigster Lieferant des Weltmarktes. Kaffee ist eine sehr sensible Pflanze, die nur in bestimmten Gegenden wächst. Genaue Pflanzung und Pflege sind wichtig, damit Kaffeebäume gedeihen und Früchte tragen.



botanik

GATTUNG

Der botanische Name für Kaffee ist Coffea. Die Kaffeepflanze zählt zur Familie der Rubiazeen, den Rötegewächsen, zu der rund 500 Gattungen mit über 6.000 Arten gehören. Coffea ist eine davon, doch nicht alle Arten dieser Gattung ähneln der uns heute bekannten Kaffeepflanze. Wirtschaftlich bedeutend sind nur zwei Coffea-Arten: Coffea Arabica und Coffea Canephora, uns besser bekannt als Arabica und Robusta. 61% der Welternte fällt auf Arabica, rund 39% auf Robusta. Eine weitere Kaffeeart ist botanisch mit den beiden bekanntesten Arten zu vergleichen, jedoch kaum von wirtschaftlicher Bedeutung: Coffea Liberica oder Coffea Excelsea.

 

PFLANZE

Kaffee wird heutzutage meistens großflächig angebaut. Die Pflanzen können bis zu 4 Metern hoch wachsen, werden aber auf den Plantagen ständig zurechtgeschnitten und haben so eine eher strauchförmige Form. Die immergrünen Blätter sind länglich-oval und sitzen an den langen Zweigen. Betrachtet man die Blätter genauer, so ist zu erkennen, dass die Oberseite dunkelgrün und ledrig ist, die Unterseite dagegen heller. Die Blätter sind 8-15 cm lang und 4-6 cm breit. Die pfahlartige Wurzel reicht 1-2,5 m in den Boden. 

FRUCHT

Die reife Frucht hat eine rote oder gelbe Haut, die ein weiches, weißgelbliches, zuckerhaltiges Fruchtfleisch, die so genannte  Pulpe, umschließt. In ihr sind in der Regel zwei Samen enthalten, die üblicherweise als Kaffeebohnen bezeichnet werden. Sie liegen mit ihren Innenseiten flach aneinander gepresst und weisen mit ihren Rundungen nach außen. Charakteristisch ist die Furche an der flachen Seite. Jeder Samen wird von einer dünnen, fest anhaftenden Schale, dem Silberhäutchen, geschützt. Beide Kaffeebohnen sind dann noch, jede für sich, von einer locker aufsitzenden, dünnen und blassgelben Hülle, der Pergamenthaut, umgeben. Die Kaffeebohne liefert das kräftige Nährgewebe für den dünnen gekrümmten Keimling, der am unteren, dem Fruchtstiel zugekehrten Ende des Samens sitzt.Die Kaffeebohnen sind rundlich bis länglich, manchmal auch spitz zulaufend und ihre Farbe ist im frischen Zustand gelblich grau, grünlich grau, grünlich blau oder blaugrau. Es kann zu abweichenden Samenbildungen kommen, wie bei Perlbohnen, wenn sich nur ein Samenkorn entwickelt, oder bei Elefantenbohnen, wenn beide Samenkerne zusammengewachsen sind.

BLÜTE

Die Blüte der Kaffeepflanze ist fünfgliedrig, steht meist in den Blattachseln und verblüht sehr schnell wieder. Aus diesem Grunde sind die nach Jasmin duftenden Blüten nur wenige Stunden befruchtungsfähig. Nach wenigen Tagen fallen die weißen Blüten ganz ab. Die Blütezeit folgt meist unmittelbar nach den ersten Regenfällen zu Beginn der Regenzeit. An der Blüteperiode sowie am Fruchtansatz lassen sich erste Schätzungen über die zukünftige Kaffee-Ernte ableiten. Diese erste Prognose ist sehr wichtig für die Markteinschätzung und beeinflusst die Preisentwicklung von Kaffee maßgeblich. Diese Einschätzungen können durch Naturgewalten wie Dürre, Regenfälle oder Frost jedoch schnell wieder an Bedeutung verlieren, weshalb Prognosen häufig innerhalb eines Erntejahres korrigiert werden und die Gesamtmarktsituation sich häufig ändern kann. Die meisten Coffea-Arten sind auf Fremdbestäubung durch Insekten oder Wind angewiesen. Lediglich Coffea Arabica, die für die Kaffeewirtschaft wichtigste Pflanze, ist von Fremdbestäubung nicht abhängig. Sieben bis neun Monate nach der Bestäubung entwickeln sich die so genannten Kaffeekirschen. Während der Reifephase wechselt die Farbe der Früchte von Grün über Gelb zu einem leuchtenden Rot. Im Stadium der Überreife verfärben sich die Kirschen schwarz. 

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Anbauvoraussetzungen und -gebiete

Die Kaffeepflanze ist sehr sensibel und wächst nur unter bestimmten klimatischen Bedingungen. So wird Kaffee nur in Ländern rund um den Äquator angebaut. Diese Länder zusammen ergeben den so genannten Kaffeegürtel.

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HÖHENLAGEN UND TEMPERATUREN

Arabica wächst vorrangig in Höhen zwischen 600 und 2.100 m. Die durchschnittliche Temperatur sollte bei 18 bis 25 Grad liegen, wobei vor allem Temperaturen über 30 Grad und unter 13 Grad schädlich für die Pflanze sind. Kaffee, der in Höhenlagen ab 1.000 m wächst, wird "Hochlandkaffee" genannt und gilt oft als besonders hochwertig. Robusta scheint, wie der Name schon sagt, etwas robuster zu sein als Arabica. So vertragen die Pflanzen höhere Temperaturen und wachsen sehr gut bei rund 26 Grad. Empfindlich reagiert Robusta allerdings auf deutlich höhere Temperaturen, v.a. wenn die Luftfeuchtigkeit zu niedrig ist.  Robusta wächst in tieferen Lagen als Arabica auf bis zu 900m.

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Die geographische Lage und ein ausgeglichenes Klima ohne extreme Temperaturen, Schutz vor Sonne und Wind sind ebenso wichtig für das Gedeihen der Kaffeepflanze wie ausreichend Niederschlag und eine optimale Bodenbeschaffenheit. 

Dabei stellen die beiden Hauptsorten Arabica und Robusta unterschiedliche Ansprüche (s.Darstellung links).

WASSERBEDARF

Die durchschnittliche Niederschlagsmenge, die zeitliche Verteilung und der Grad der Luftfeuchtigkeit spielen beim Kaffeeanbau auch eine große Rolle. Kaffeepflanzen benötigen 250 bis 300 mm pro qm im Jahr, was sie aus einer Niederschlagsmenge von 1.500 bis 2.000 mm beziehen. Robusta bevorzugt regenreichere Regionen als Arabica und toleriert auch Gegenden mit sehr hoher Luftfeuchtigkeit. Arabica dagegen reagiert sehr empfindlich auf feuchtwarme Luft.

BODEN

Der optimale Boden für Kaffeenbau ist tief, locker, gut belüftet und durchlässig. Zudem ist ein neutraler oder leicht saurer ph-Wert wichtig. Stickstoff, Phosphorsäure und Kalium sind ebenso wichtig wie ein hoher Humusgehalt in der oberen Bodenschicht.



BEPFLANZUNG und PFLEGE

Meist wird ca. acht Wochen altes Saatgut ausgesät und ohne Pergamenthülle in spezielle Beete gedrückt.

Fünf bis sechs Wochen später werden die daraus gewachsenen Setzlinge in Einzelbehälter umgepflanzt. Nach etwa acht Monaten intensiver Pflege, Düngung und Bewässerung kann die Pflanze auf einer Plantage eingepflanzt werden. Je nach Sorte werden die Kaffeebäumchen in einem Abstand von 1 bis 3 m gepflanzt. Regelmäßig wird der Boden rund um die Pflanzen gejätet.

Fünf bis sechs Wochen später werden die daraus gewachsenen Setzlinge in Einzelbehälter umgepflanzt. Nach etwa acht Monaten intensiver Pflege, Düngung und Bewässerung kann die Pflanze auf einer Plantage eingepflanzt werden. Je nach Sorte werden die Kaffeebäumchen in einem Abstand von 1 bis 3 m gepflanzt. Regelmäßig wird der Boden rund um die Pflanzen gejätet.

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DER KAFFEEMACHER - Inh. Karsten Herrmann | Kirchenstraße 4 | D-25524 Itzehoe | E-Mail: info@der-kaffeemacher.com